Starship Troopers

Starship Troopers
USA 1997; 127 Minuten

kurze Inhaltsbeschreibung der „kino aktuell“ aus Münster:
[…]

Soviel zur allgemeinen Rahmenhandlung.

Der Film dreht sich natürlich auch um einen Protagonisten:

Johnny Rico, kurz vor dem Schulabschluß, lebt zusammen mit seinen Freunden in Buenos Aires. Eigentlich könnte er ganz zufrieden sein, hat er doch nette Eltern und vor allem eine gutaussehende Freundin. Leider wird die Erde schon seit geraumer Zeit von fiesem, überdimensionalem Weltraumungeziefer bedroht, das regelmäßig den blauen Planeten mit Meteoriten bombardiert und dabei ganze Städte vernichtet. Aus vemutlich früheren Militäreinsätzen verkrüppelte Lehrer vertreten daher (und nicht zuletzt wegen der Propaganda in den Nachrichten) einen totalen Vernichtungskrieg.

Als Johnnys Freundin Carmen zum Militär geht und auch sein bester Freund Carl aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten eine Anstellung bei einer Spezialtruppe bekommt, hält ihn nichts mehr. Entgegen den Wünschen seiner Eltern meldet er sich ebenfalls – und landet prompt bei der Infanterie, was nicht nur eine knallharte Ausbildung, sondern regelmäßige Himmelfahrtskommandos bedeutet, wie ihm schon bald klar wird…

Meine Meinung über diesen Film:

Auf den ersten Blick ist „Starship Troopers“ nichts weiter als ein tricktechnisch aufwendig gemachter Actionfilm, der in der Zukunft spielt – was ja nicht mal schlecht wäre, warum auch nicht, wenn dem Zuschauer / der Zuschauerin sowas gefällt. Schaut man jedoch etwas genauer hin und denkt ein wenig über die Botschaften aus den Nachrichten und dem vermittelten Heldenbild (nur Aufopferung führt zum Sieg / Du bist unwichtig, unser Sieg ist alles) nach, erkennt man die eingestreute Ironie und die Kritik an der Gesellschaft im Film. Spätestens wenn am Ende das Fernsehen beziehungsweise sein Äquivalent der Zukunft einige der Soldaten als Helden an der Front glorifiziert, kommt man zu dem Schluß, daß, auch wenn das Weltraumungeziefer nach all dem, was man gesehen hat, wirklich so eindeutig böse ist, wie die Kriegstreiber die ganze Zeit behaupten, die Menschen auf der anderen Seite noch lange nicht automatisch „die Guten“ sind…

Endlich mal wieder ein Film, der sicht nicht nur wegen seinen Spezialeffekten sehen lassen kann!

Ähnlichkeiten zu anderen Filmen:

Zunächst fallen mir da natürlich Total Recall (Die totale Erinnerung) und Robocop ein, zwei frühere Werke des Regisseurs Paul Verhoeven. Bei Robocop gibt es auch diese Werbung beziehungsweise Nachrichten, bei Total Recall Mutierte mit Prothesen. Auch die These, daß trotz fortschreitender Technik die Zukunft nicht unbedingt rosig aussehen muß, ist hier wiederzufinden.

Es gibt aber auch zum Teil starke Parallelen zu „Im Westen nichts Neues“, eine Romanverfilmung aus den 30er Jahren, die im ersten Weltkrieg spielt. Hurrapatriotismus und bejubelter Kriegsbeginn sowie eine naive Einstellung der Charaktere zum Krieg und ihre zu späte Erkenntnis in der Schlacht, wenn einer nach dem anderen draufgeht, haben beide Filme gemeinsam.

Schließlich ist da noch das zahlreiche Nazipropagandamaterial, das man in Dokumentarfilmen immer sieht und an das unter anderem die Filmpropaganda (riesige Soldatenmenge: „Ich tue meine Pflicht!“ Stimme: „Tuen auch Sie Ihre Pflicht – kommen Sie zu uns, werden Sie Soldat!“) erinnert. Wenn im Film ein Mann dem Gericht vorgeführt und sofort ohne Anhörung zum Tode verurteilt wird, wenn ein Führer des Regimes davon spricht, man müsse „beweisen, daß wir Menschen die überlegene Rasse sind“ und wenn eine wissenschaftliche Abteilung des Militärs grausame Experimente an lebenden Versuchskaninchen durchführt, wird man schlagartig an ein ganz bestimmtes Kapitel deutscher (Film-)Geschichte erinnert.

Triviale Details und Fakten

  • der Anfeuerungsspruch am Ende des Film, „Hunde, wollt Ihr ewig leben“, ist der Titel eines Kriegsfilms.
  • die Blurmusik aus der Kinowerbung im Fernsehen kommt im Film nicht vor.
  • beim neuen Wing Commander kämpfen die heldenhaften und guten Menschen gegen eine Rasse böser Insektoiden.
  • das Wort „bug“ bedeutet nicht Insekt, sondern Ungeziefer. Die spinnenartigen Monster („Arachnide“ im Film genannt) sind keine Insekten, sondern einfach Wirbellose – Spinnen haben, anders als Insekten, mehr als zwei Augen.
  • Vorlage für den Film war ein gleichnamiges Buch von Robert A. Heinlein (bekannter Autor im Bereich Science fiction) aus dem Jahre 1959.

weitere Literatur:
Harry Harrison: Der Chinger-Krieg. Bastei-Lübbe 1965, ISBN 3-404-23024-8.
Keith Laumer: Der Krieg mit den Hukk. PV Public Verlag GmbH 1973, ISBN 3-8118-3402-9.

Regisseur andere Werke
Paul Verhoeven Robocop, Total Recall
Rolle: Darsteller: unter anderem schon bekannt aus:
Johnny Rico Casper van Dien  
Dizzy Flores Dina Meyer Dragonheart, Johhny Mnemonic (Vernetzt)
Carmen Ibanez Denise Richards  
Ace Levy Jake Busey Contact
Carl Jenkins Neil Patrick Harris  
Seargent Zim Clancy Brown Highlander (Kurgan!!)
Zander Barcalow Patrick Muldoon  
Jean Rasczak Michael Ironside Total Recall, Highlander II
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Filme abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Starship Troopers

  1. Pingback: Die verlorenen Rezensionen | Kunar rezensiert

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s