Die Kinder Utopias

Diese Sammlung von Science-Fiction-Geschichten enthält Beiträge von Autoren beiderseits des (damals noch bestehenden) Eisernen Vorhangs. Wie die Herausgeber in ihrem Vorwort schreiben, wurde dabei beabsichtigt, eben nicht die die üblichen Abenteuer der Machart „Action und Spannung im Weltraum und/oder der Zukunft“ herauszugeben. Stattdessen soll die ursprüngliche Absicht von Science Fiction, Fragen von Moral und Ethik zu behandeln, wieder hochgehalten werden. Auch wenn nicht jede Geschichte ein Volltreffer ist, so bin ich der Meinung, dass dieses Ziel gelungen ist.

Zeitlos erscheint vor allem der Beitrag, der sich mit einer Gesellschaft befasst, in der einige fortschrittlicher sind als andere und deswegen Privilegien besitzen. Das Ende sei hier nicht verraten.

Die Erzählung über „postnatale Abtreibungen“ wirkt vielleicht zunächst absurd, dann aber sehr beunruhigend. Die Argumente dafür und die entsprechenden Regelungen erinnern zu sehr daran, wie tatsächlich gesellschaftliche Probleme scheinbar gelöst werden.

Besonders ergreifend fand ich die Geschichte, in der eine sorgenlose Gesellschaft möglich ist – allerdings auf Kosten eines Menschen, der dafür unter unwürdigsten Bedingungen leben muss. Hier ist die Intention der Herausgeber am klarsten getroffen.

Das Buch ist sicherlich keine leichte Lektüre. Mich hat es stellenweise sehr beeindruckt.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

  • Frank Dietz / Michael Kunath: Vorwort
  • Sändor Szathmäri (Ungarn): Der perfekte Untertan
  • Janusz A. Zajdel (Polen): Es grünt so grün…
  • Olga Larionowa (Sowjetunion): Der Schuldspruch
  • Philip K. Dick (USA): Die Prä-Personen
  • Igor Rossochowatsky (Sowjetunion): Mein Untergebener
  • Ursula K. Le Guin (USA): Die Omelas den Rücken kehren
  • Dmitri Bilenkin (Sowjetunion): Fremde Augen
  • Gail Kimberly (USA): Des Sommers leere Lieder
  • Erik Simon (DDR): Der schwarze Spiegel
  • Jon Bing (Norwegen): Kyborg
  • Stanislaw Lern (Polen): Schwarz und Weiß
  • Stanislaw Lern (Polen): Die Falle des Garganejan
  • Josef Nesvadba (Tschechoslowakei): Der Schnuller
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