Fleisch ist mein Gemüse

Ich habe das Buch in weniger als einem Tag durchgelesen. Insofern ist es wie mit drei anderen sehr erfolgreichen Büchern aus Deutschland, die ebenfalls inzwischen verfilmt worden sind, und zwar „Russendisko“, „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ und „Herr Lehmann“: Leicht konsumierbare Kost, die einem keine welterschütternde Erkenntnisse bringt, aber doch ein interessantes Licht auf ein Stück Alltagsgeschichte im heutigen Deutschland wirft. Jetzt fällt mir auch auf, dass der Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung in immerhin drei dieser vier Werke vorkommen.

Den drögen Bandalltag und die anhaltende Erfolgslosigkeit bei Frauen hat überraschend ähnlich der Berliner Zeichner Mawil in seinem Comic „Die Band“ festgehalten, auch wenn er nicht in einer Tanzkapelle, sondern einer „richtigen“ Rockband gespielt hat und musikalische Ambitionen hatte. Den Comic kann ich nur wärmstens empfehlen!

Der Name „Heinz Strunk“ ist mir aus dem Lied „Gehirn-Stürm“ von den Ärzten im Gedächtnis geblieben – und tatsächlich ist sind die Ansagen von ihm! Wer übrigens einige Fotos der „Tiffanys“ sehen möchte, der schaue auf die Rückschau der Band Fifty-Fifty.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Schließ Dich der Festlichkeit an

Wieder ist es Zeit für den jährlichen Eintrag auf Deutsch und Esperanto, also in meinen beiden Muttersprachen. Ich habe schon einmal über Comics (2003 und 2005) und über einen Film (2010) geschrieben, meistens jedoch (2004, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2011) über ein Musikalbum – so auch diesmal.

Denove estas la tempo por la ĉiujara enskribo en la germana kaj Esperanto, do en ambaŭ miaj gepatraj lingvoj. Mi jam skribis pri komiksoj (en 2003 kaj 2005) kaj pri filmo (en 2010), plej ofte tamen (en 2004, 2006, 2007, 2008, 2009 kaj 2011) pri muzikalbumo – kaj ankaŭ ĉifoje.

Die ganze Rezension / La tuta recenzo

Veröffentlicht unter Musik | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Ein Mittsommernachtssturm

Dieses Buch habe ich vor Monaten in einem Öffentlichen Bücherregal gefunden und aus drei Gründen mitgenommen:

  1. Vom Autor kenne ich bereits die Bücher „Das geborstene Schwert“ und „Hrolf Krakis Saga“.
  2. Die Beschreibung auf dem Buchrücken klang interessant.
  3. Das Titelbild kenne ich!

Es wird auch auf dem Buch „Die Erben des Rings“ verwendet, welches ich ebenfalls (bei Bookcrossing) registriert habe. Dort passt es deutlich besser, denn es zeigt eine Szene aus dem Ende der „Herr der Ringe“-Trilogie. Wer sich für das Bild interessiert: Es stammt von Michael Whelan und heißt „The Eagles are Coming“.

„Ein Mittsommernachtssturm“ erzählt ein Geschichtskapitel einer alternativen Realität. Dort basieren die Werke Shakespeares auf historischen Gegebenheiten. Es gibt auch Fabelwesen, wie sie in „Ein Mittsommernachtstraum“ vorkommen. Die Geschichte spielt zur Zeit des englischen Bürgerkriegs. Allerdings gibt es dort bereits erste Eisenbahnen. Außerdem wurde Tunesien vor zwei Generationen von den Christen zurückerobert und gehalten. Ruprecht von der Pfalz, den es im echten Leben tatsächlich gegeben hat, versucht König Karl I. zu retten, der sich gegen die Puritaner unter Oliver Cromwell wehren muss.

Wer keine Ahnung von englischer Geschichte hat, wird am Anfang ins kalte Wasser geworfen. Erst in der Mitte des Buches gibt es eine Erklärung innerhalb der Erzählung selbst, in der auf die Abweichungen von unserer Realität eingegangen wird.

Die Sprache ist oft etwas umständlich zu lesen. Allerdings ist es ein ungewöhnliches Buch, das völlig von dem abweicht, was man üblicherweise unter dem Namen Fantasy bekommt, und hat gerade deswegen einen Blick verdient.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

Veröffentlicht unter Science Fiction | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

High Fidelity

18.12.2011:
Den Film „High Fidelity“ habe ich irgendwann 2000 oder 2001 gesehen. Seitdem war mir der Name Nick Hornby als Autor ein Begriff, ohne dass ich je ein Buch von ihm gelesen habe. Dank des Soundtracks blieb High Fidelity in Erinnerung und ich hatte immer vor, mir einmal das Buch zu besorgen. Nachdem ich bereits einmal ein englisches Exemplar in einem Öffentlichen Bücherregal gefunden, aber nicht mitgenommen hatte, weil ich noch genug zu lesen habe, habe ich dieses Mal das Exemplar eingesteckt. Aus irgendeinem Grund verbinde ich auch die Zeit um den Jahreswechsel mit High Fidelity – vielleicht, weil ich dann die Leute wiedergesehen habe, mit denen ich den Film gesehen und darüber gesprochen habe. Jedenfalls erscheint es mir jetzt die richtige Zeit zu sein, um das Buch zu lesen!

29.12.2011:
Wie gesagt, den Film und seinen Soundtrack kannte ich seit Jahren und wollte das Buch immer mal gelesen haben. Wie sich herausstellte, bin ich jetzt genauso alt wie der Erzähler, so dass ich viele Gedanken nachvollziehen kann. Es war daher sogar gut, „High Fidelity“ erst jetzt gelesen zu haben. Die zahlreichen Musikbeispiele und Popkulturverweise werde ich entgegen meiner ursprünglichen Absicht nicht nachrecherchieren – es sind einfach zu viele.

Auf jeden Fall eines der Bücher, die man als männlicher Musikfan über 30 gelesen haben sollte. Sollte man den Geschmack des Protagonisten nicht teilen, kann man sich wenigstens darüber aufregen! Es ist ja Teil des Buches, das ein anderer Musikgeschmack gnadenlos abgewatscht wird.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Die Keltenkönigin

Dieses Buch war eines von vielen, die jahrelang ungelesen in einer Bücherkiste bei mir zu Hause lagen. Dieses hätte ich fast „einfach so“ weggegeben, aber aufgrund des sehr schönen Titelbildes (doch dazu später) habe ich es nicht übers Herz gebracht und den Roman gelesen.

In diesem Fall läßt sich sagen: Es ist gut, dass ich das Buch gelesen habe, denn jetzt weiß ich, dass das nichts für mich ist. Mit „historischer Fantasy“ konnte ich noch nie viel anfangen und ich bin kein so großer Kelten-Fan wie viele andere (was zumindest die Präsenz „keltischer“ Elemente in der Popkultur vermuten läßt).

Die Geschichte von König Leir und seinen drei Töchtern kannte ich zuvor in groben Zügen. Was mich in dieser Version sehr beim Lesen gestört hat, ist die blumige Sprache. Typisch sind Formulierungen in der Form „Sein Bla war so bla wie der Bla des blaigen Bla“, nur mit sinnvollen Ersetzungen für die Blas. Die Naturreligionen erinnern mich an moderne Esoterik – nein, Danke! Auch die dargestellten Geschlechterrollen schrecken mich ab: Frauen sind eins mit der Natur und schenken Leben, Männer sind brutal, böse und machen alles kaputt.

Kurioserweise hat mir ausgerechnet das Nachwort mit den Erklärungen rund um den Hintergrund der Sage besonders gut gefallen. Das war wirklich interessant zu lesen!

Wer sich nur für das Titelbild interessiert: Es heißt „Demeter“ und ist von Albert Belasco. Eine vollständige Version findet man unter:
www.reich-belasco.de/images/belasco/artprints/demeter.383×499.jpg

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

Veröffentlicht unter Fantasy | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Populärmusik aus Vittula

Mikael Niemi: Populärmusik aus Vittula

Großartiges Buch. Ich habe vor Jahren die Verfilmung gesehen, die mich bereits begeistert hat. Diese weicht vom Roman jedoch an vielen Stellen ab und muss Dinge plakativ zeigen, die im Roman in schöner Sprache beschrieben werden und über einen längeren Zeitraum geschehen. Dafür bekam der Rockmusikteil meiner Erinnerung nach im Film einen größeren Stellenwert und zog sich ein wenig wie ein roter Faden durch die Erzählung. Die Anekdote rund um Esperanto, aufgrund derer ich überhaupt auf den Film aufmerksam gemacht wurde, ist im Buch etwas anders erzählt und gefällt mir dort besser. Den Epilog finde ich unglaublich traurig, obwohl gar nicht so viel ausdrücklich erzählt wird.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Herr Lehmann

Dieses Buch wollte ich schon seit langer Zeit lesen, weil es mir empfohlen worden ist. Kürzlich entdeckte ich es als preisreduziertes Mängelexemplar auf dem Wühltisch eines Buchladens und habe sofort zugeschlagen.

Sprachlich ist es schön einfach und echt gehalten, keine pseudointellektuelle Überhöhung oder der Versuch, zu beeindrucken, schimmert aus den Formulierungen entgegen. Einzig die manchmal etwas lang gezogenen Sätze stören den Lesefluss.

„Herr Lehmann“ ist kein Roman, der einem irgendetwas über authentische Stimmung in West-Berlin Ende 1989 oder Lebensphilosophie für jemanden kurz vor 30 beibringen möchte, sondern einfach eine Geschichte mit diesem Hintergrund erzählt. Innere Unzufriedenheit und nachdenkliche Momente mischen sich mit skurrilen Situationen. Mir hat besonders die Liebesgeschichte gefallen, weil sie nicht wie im Bilderbuch passiert.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Als Dämon brauchst Du nie Kredit

Robert Asprin & Jody Lynn Nye: Als Dämon brauchst Du nie Kredit

Als ich einige Bücher für wenig Geld vom Wühltisch gekauft habe, war auch dieses dabei. Aus der gleichen Serie habe ich bereits vier andere Teile bei Bookcrossing registriert:

Dies ist ein späterer Band, den Robert Asprin mit einer Co-Autorin geschrieben hat. Der namensgebende Dämon (eigentlich: Dimensionsreisende) erfährt, dass sein bester Freund Opfer eines magisches Kreditkartenbetrugs geworden ist. Als bricht er gemeinsam mit einigen Verbündeten auf, um die Sache in einem riesigen Einkaufszentrum aufzuklären. Seine Gegner sind jedoch nicht auf den Kopf gefallen…

Hier gibt es natürlich einige Seitenhiebe auf sorglosen Umgang mit persönlichen Daten und Kreditkarten. Erstaunlich, wie man so ein Thema aus dem Alltag in eine Fantasywelt transportieren kann. Auch wenn es hier mehr Actionszenen als in den anderen Büchern der Serie gibt, die ich bisher gelesen habe, so versuchen die Protagonisten ihre Widersacher mit ihrem Verstand aufs Kreuz zu legen. Die Dialoge gerade mit den Verkäufern sind herrlich.

Das Buch mit dem schönen Titelbild war eine leicht zu lesende Unterhaltung, die hervorragend für den Urlaub geeignet war. Um auch anderen damit eine Freude zu machen, entlasse ich es jetzt in die Freiheit.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

Veröffentlicht unter Fantasy | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Ein Dämon läßt die Kühe fliegen

Robert Asprin: Ein Dämon läßt die Kühe fliegen

Als ich einige Bücher für wenig Geld vom Wühltisch gekauft habe, war auch dieses dabei. Aus der gleichen Serie habe ich bereits drei andere Teile bei Bookcrossing registriert:

Dies ist eigentlich ein späterer Band der Serie. Robert Asprin beschreibt jedoch eine Geschichte, die zwischen dem dritten und vierten Buch spielt. Der namensgebende Dämon (eigentlich: Dimensionsreisende) läßt sich auf eine Schatzsuche ein. Die auslösende Schatzkarte ist jedoch magisch und zeigt keineswegs immer den direkten Weg zum Ziel…

Man sollte kaum glauben, dass man dem alten Motiv „Gruppe Abenteurer auf Schatzsuche“ noch etwas Neues abgewinnen kann, aber hier klappt es. Wichtig wie bei den anderen Büchern der Serie erscheint mir, dass vor allem Verstand und Dialoge im Vordergrund stehen.

Das Buch war eine kurzweilige Unterhaltung, die hervorragend für den Urlaub geeignet war. Jetzt sollen auch andere etwas davon haben, weswegen ich es freigebe.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

Veröffentlicht unter Fantasy | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Des Dämons fette Beute

Robert Asprin & Jody Lynn Nye: Des Dämons fette Beute

Als ich einige Bücher für wenig Geld vom Wühltisch gekauft habe, war auch dieses dabei. Aus der gleichen Serie habe ich bereits zwei andere Teile bei Bookcrossing registriert:

Dies ist ein späterer Band, den Robert Asprin mit einer Co-Autorin geschrieben hat. Der namensgebende Dämon (eigentlich: Dimensionsreisende) läßt sich von einem sprechenden Schwert breitschlagenden, eine Reihe von weiteren magischen Artefakten einzusammeln. Da diese alle ebenfalls sprechen können und sich nicht ganz grün sind, ist das Chaos vorprogrammiert…

Im Gegensatz zu den ersten zwei Bänden kommen die Haupthelden hier ganz schön rum. Außerdem gibt es einen klaren Handlungsfaden, die Geschichte plätschert nicht vor sich hin wie am Anfang. Bemerkenswert, dass vor allem Verstand und Dialoge im Vordergrund stehen.

Dazu noch ein schönes Titelbild und man hat eine preisgünstige, überzeugende Unterhaltung. Damit auch andere etwas davon haben, gebe ich das Buch jetzt ab.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

Veröffentlicht unter Fantasy | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare