Maria, ihm schmeckt’s nicht!

Ein sehr lesenswertes Buch, in dem der Autor (fiktiv) über seinen italienischen Schwiegervater erzählt, der (im positiven Sinne) ziemlich verrückt ist. Mir hat besonders gefallen, dass das Buch nicht das übliche Motiv einer Erzählung über eine internationale Ehe aufgreift, nämlich: „Die Deutschen sind so kalt und verkopft, die sind warmherzig und lebenslustig.“ Der Schwiegervater steht tatsächlich zwischen den Stühlen beider Kulturen und weiß, was er an beiden hat. Sehr schöne Urlaubslektüre!

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

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Dämonen-Futter

Robert Asprin: Dämonen-Futter – „Ein Dämon zuviel“ und „Drachenfutter“ / Zwei Romane in einem Band

In diesem Sammelband sind die ersten beiden Bücher der Dämonen-Serie enthalten. Ich hatte vor vielen Jahren mal einen Band aus der Mitte gelesen; dieses Buch hier hat mir besser gefallen.

Es ist erstaunlich, wie wenig äußere Handlung und Schauplätze für zwei Büchern ausreichen. Wesentlich sind nicht irgendwelche Kampfszenen, sondern Schläue und Wortwitz. Das war beim ursprünglichen Erscheinen der Bücher vor über 30 Jahre sicherlich noch origineller als heute, da man sich an zahlreiche Fantasy-Parodien gewöhnt hat. Unterm Strich bleibt ein Buch, das ich gerne gelesen habe.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

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TEK-Power

„Eine wohlproportionierte Frau mit viel freier Haut auf dem Titelbild und William Shatner als Autor – das kann doch nur Schund sein!“ – Weit gefehlt, wie ich selbst überrascht feststellen musste.

Der sechste Band der TEK-Serie spielt in einer nahen Zukunft, in der es Androiden gibt, die von Menschen fast nicht mehr zu unterscheiden sind. Viele Menschen sind von einer Technikdroge abhängig. Zugegeben, keine großartig originellen Prämissen, aber auch nichts furchtbar Schlechtes.

Der Plot erinnert mich an typische Action- und Detektiv-Serien: Ein paar fiese Typen, einige schlaue Tricks und dazu ein paar flotte Sprüche. Der alterende Hauptcharakter, der sein Privatleben ordnen muss, läßt einen natürlich irgendwie an den Autor denken, aber schlecht ist das nicht.

Nichts Weltbewegendes, aber gute Unterhaltung für zwischendurch. Das Buch war damals neu und lag über zehn Jahre ungelesen in einer Bücherkiste (das Titelbild war doch zu abschreckend für mich); jetzt habe ich es endlich (und erstaunlich schnell) gelesen und lasse es in die Freiheit.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

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Die Zenda-Vendetta

Band 4 der Serie um die Zeitkriege. Sehr interessante Grundidee: Eine Spezialeinheit korrigiert Fehler, die von Zeitreisenden in der Vergangenheit gemacht wurden. Der Witz ist, dass diese Vergangenheit nicht authentisch ist, sondern immer auf fiktiven Geschichten anderer Autoren basiert. In diesem Fall ist es „Der Gefangene von Zenda“ von Anthony Hope. Dabei schlüpft ein Engländer in die Rolle eines Königs in dem kleinen (fiktiven) Land Ruritanien in Mitteleuropa.

In der Ausführung ist die Geschichte vielleicht etwas zu sehr auf Verschwörungen und Technik fixiert. Dennoch hat sie mir gut gefallen.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

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Das Pimpernell-Komplott

Band 3 der Serie um die Zeitkriege. Sehr interessante Grundidee: Eine Spezialeinheit korrigiert Fehler, die von Zeitreisenden in der Vergangenheit gemacht wurden. Der Witz ist, dass diese Vergangenheit nicht authentisch ist, sondern immer auf fiktiven Geschichten anderer Autoren basiert. In diesem Fall ist es „Das scharlachrote Siegel“ von Emma Orczy. Dabei rettet ein englischer Adelige während der Wirren nach der französischen Revolution andere Edle vor der Guillotine.

In der Ausführung ist die Geschichte vielleicht etwas zu sehr auf Verschwörungen und Technik fixiert. Dennoch hat sie mir gut gefallen.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

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Zwei Fuß hoch

Einmal pro Jahr schreibe ich eine Rezension (auch) auf Deutsch, meiner Muttersprache (neben Esperanto). Nach zwei Comics (2003 und 2005) und einem Film (2010) ist diesmal – wie schon 2004, 2006, 2007, 2008 und 2009 – wieder ein Musikalbum an der Reihe.

Unufoje jare mi skribas recenzon (ankaŭ) en la germana, mia gepatra lingvo (krom Esperanto). Post du komiksoj (2003 kaj 2005) kaj unu filmo (2010) ĉifoje estas denove la vico de muzikalbumo – kiel jam en 2004, 2006, 2007, 2008, 2009.

Die ganze Rezension / La tuta recenzo

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Die Kinder Utopias

Diese Sammlung von Science-Fiction-Geschichten enthält Beiträge von Autoren beiderseits des (damals noch bestehenden) Eisernen Vorhangs. Wie die Herausgeber in ihrem Vorwort schreiben, wurde dabei beabsichtigt, eben nicht die die üblichen Abenteuer der Machart „Action und Spannung im Weltraum und/oder der Zukunft“ herauszugeben. Stattdessen soll die ursprüngliche Absicht von Science Fiction, Fragen von Moral und Ethik zu behandeln, wieder hochgehalten werden. Auch wenn nicht jede Geschichte ein Volltreffer ist, so bin ich der Meinung, dass dieses Ziel gelungen ist.

Zeitlos erscheint vor allem der Beitrag, der sich mit einer Gesellschaft befasst, in der einige fortschrittlicher sind als andere und deswegen Privilegien besitzen. Das Ende sei hier nicht verraten.

Die Erzählung über „postnatale Abtreibungen“ wirkt vielleicht zunächst absurd, dann aber sehr beunruhigend. Die Argumente dafür und die entsprechenden Regelungen erinnern zu sehr daran, wie tatsächlich gesellschaftliche Probleme scheinbar gelöst werden.

Besonders ergreifend fand ich die Geschichte, in der eine sorgenlose Gesellschaft möglich ist – allerdings auf Kosten eines Menschen, der dafür unter unwürdigsten Bedingungen leben muss. Hier ist die Intention der Herausgeber am klarsten getroffen.

Das Buch ist sicherlich keine leichte Lektüre. Mich hat es stellenweise sehr beeindruckt.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

  • Frank Dietz / Michael Kunath: Vorwort
  • Sändor Szathmäri (Ungarn): Der perfekte Untertan
  • Janusz A. Zajdel (Polen): Es grünt so grün…
  • Olga Larionowa (Sowjetunion): Der Schuldspruch
  • Philip K. Dick (USA): Die Prä-Personen
  • Igor Rossochowatsky (Sowjetunion): Mein Untergebener
  • Ursula K. Le Guin (USA): Die Omelas den Rücken kehren
  • Dmitri Bilenkin (Sowjetunion): Fremde Augen
  • Gail Kimberly (USA): Des Sommers leere Lieder
  • Erik Simon (DDR): Der schwarze Spiegel
  • Jon Bing (Norwegen): Kyborg
  • Stanislaw Lern (Polen): Schwarz und Weiß
  • Stanislaw Lern (Polen): Die Falle des Garganejan
  • Josef Nesvadba (Tschechoslowakei): Der Schnuller
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Fräulein Smillas Gespür für Schnee

Ich habe das bekannte Buch von Peter Høeg in einem Öffentlichen Bücherregal gefunden. Ich wollte es schon immer mal lesen. Auch wenn ich durch das Hörspiel und die Verfilmung schon weiß, worum es geht, fand ich es sehr interessant, zu verfolgen, wie sich durch einzelne Spuren die Geschichte langsam Fahrt aufnimmt.

Der Autor nimmt sich viel Zeit, um Hintergrund zu erläutern, Situationen genau zu beschreiben – und vor allem aufzuzeigen, wie schlau die Protagonistin vorgeht. Das hat mir sehr viel Spaß beim Lesen bereitet. Es hat mich überrascht, wie lange ich für dieses Buch gebraucht habe, aber das Buch hat richtig Inhalt und man muss als Leser selbst einige Fakten im Gedächtnis behalten, die im späteren Verlauf eine Rolle spielen.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

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Wer immer sterbend sich bemüht

Roger Zelazny & Robert Sheckley: Wer immer sterbend sich bemüht

Handlung, grob beschrieben: Gut und Böse schließen eine Wette ab, deren Ausgang an den Entscheidungen des Doktor Faustus gemessen werden soll. Er soll durch die Zeit reisen und dabei vor die Wahl gestellt werden. Dabei läuft allerdings einiges anders ab als vorgesehen… Fantasy mischt sich hier mit schwarzem Humor. Das Titelbild passt zur Geschichte und das Buch ist in einem (mindestens) guten Zustand.

Der Roman ist der Nachfolger von „Bringt mir den Kopf des Märchenprinzen“, hat aber eine davon praktisch unabhängige Handlung; Charaktere aus dem ersten Teil tauchen am Rande auf. Im letzten Sommerurlaub habe ich das Buch sehr genossen, insbesondere weil nebenbei viel über Geschichte erzählt wird. Der alte Stoff – die Wette zwischen Gut und Böse sowie die Figur des Dr Faust – auf Deutsch am bekanntesten in Goethes Bearbeitung, wird auf eine humorvolle Weise umgesetzt.

Mir hat der Roman viel Freude bereitet; ich finde ihn aber viel zu schade, um ihn einfach im Regal verstauben zu lassen. Umso wichtiger, dass das Buch nun andere erfreuen kann, weil ich es in die Freiheit entlasse.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

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Bringt mir den Kopf des Märchenprinzen

Robert Zelazny & Robert Sheckley: Bringt mir den Kopf des Märchenprinzen

Handlung, grob beschrieben: Gut und Böse stehen in einem Wettbewerb, Der Hauptcharakter ist ein Teufel, der für die Bösen einen entsprechenden Plan ausgeheckt hat und nun in die Tat umsetzen muss. Leider gibt es dabei mehr Schwierigkeiten, als er voraussehen konnte. Fantasy mischt sich hier mit schwarzem Humor. Das Titelbild passt zur Geschichte und das Buch ist in einem (mindestens) guten Zustand.

Der Roman hat es nur ganz knapp verpasst, in meine dauerhafte Sammlung aufgenommen zu werden. Als ich ihn vor über zehn Jahren gelesen habe, war die Konkurrenz entsprechend groß. Umso wichtiger, dass das Buch nun andere erfreuen kann, weil ich es in die Freiheit entlasse.

P.S.: Es gibt auch einen Nachfolger namens „Wer immer sterbend sich bemüht“. Er hat eine eigene Handlung; einige der Charaktere tauchen jedoch wieder auf.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

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