Für Zwerge, Kosch und Nordmarken!

Ein Erfahrungsbericht zu Jeanette Marstellers DSA-Abenteuer Ketten für die Ewigkeit aus Spielersicht

(Wer nichts vom Inhalt erfahren will, lese einfach nur den letzten Abschnitt mit dem Fazit.)

Rahmendaten:

  • gespielt an zwei Abenden (15.12.2018 und 12.01.2019)
  • irdisch: eingespielte Runde, z. T. seit DSA1 dabei
  • aventurisch: relativ neue Charaktere (2. Abenteuer nach „Späte Post„)

Charaktere:

  • ambosszwergischer Sappeur aus Ferdok
  • Grenzjäger aus Albernia
  • Druide aus Thorwal (Sumu-Priester aus den thorwalschen Hinterlanden)
  • halbelfischer Verwandlungsmagier aus Lowangen
  • Stammeskrieger der Waldmenschen

Ohne dass es abgesprochen war, stammen bis auf den Waldmenschen alle Helden aus verschiedenen Gegenden im Norden Aventuriens. Bei der Generierung gab es die Bitte des Meisters, reise- und wildnistaugliche Helden zu wählen.

Die Motivation, ins Kanzleiviertel nach Elenvina zu gehen, ergab sich aus dem Ende des letzten Abenteuers. Außerdem hatte der Meister mit mir noch im Vorfeld verabredet, dass der Zwerg einen Onkel in Elenvina hat, der dort als Schmied arbeitet und den die Gruppe – falls es anders ausgegangen wäre – besucht hätte. Der Magier stieß erst in Elenvina zum Rest, als er sich einen Dispenz für Magie holen wollte – und dabei die Diebin umstieß.

Die Eröffnung des Kanzleiviertels habe ich selbst 2010 auf dem Nordmarken-Kosch-Konvent miterlebt. Von Beginn an herrschte für mich im Abenteuer eine erhabene Briefspiel-Stimmung: Es war genauso, wie ich das aus dem Briefspiel gewohnt bin. Alles wirkte so vertraut! Sogar als die Gruppe noch in den Nordmarken war, fühlte ich mich als Koscher wie zu Hause. Die Immersion in die Spielwelt ist mir so gut gelungen, wie ich es ansonsten nur von guten Abenteuern auf Kons kenne. Ich war zwischendurch irdisch doch sehr erstaunt darüber, denn was in einem offiziellen Produkt steht, muss ja keineswegs der Briefspielatmosphäre entsprechen oder gar alleine auf die Wünsche von Briefspielern aus der Region ausgerichtet sein.

Der Koscher Ambosszwerg erwies sich als sehr guter Motor für die Gruppe: Zwar konnte er nicht lesen, aber als klar war, was in dem Vertrag stand, stand für ihn fest, dass dieser erfüllt werden musste. Es war auch günstig, dass damit ein Charakter in der Gruppe war, der mit den anderen Zwergen Rogolan reden könnte, aber gleichzeitig gegenüber Erz- und Hügelzwergen die Unterschiede deutlich wurden. Als die Gruppe im Kosch war, war ich so in meinem Element (ich wusste etwa, wie groß Koschtal ist und wie man von dort an den Stillen Grund reist), dass die anderen Spieler sich nur erstaunt anguckten. Genau das ist ja stimmig, wenn ein Ortskundiger dabei ist!

Dem Hintergrund der Gruppe geschuldet fielen die sozialen Interaktionen (von Ibenburg, Magier, Albenhuser Stadtwache) eher kurz aus; umso mehr kamen Kämpfe und vor allem Wildnistalente zum Einsatz. Es ist klar, dass man das Abenteuer auch ganz andersherum aufziehen kann: Eine Gruppe Adeliger würde in den Nordmarken mehr auf Verhandlung und praiosgefällige Ordnung setzen. Das ist das beste Kriterium gegen Railroading, und ein Plot auf Schienen ist gerade in einem Kurzabenteuer mit vielen Schauplätzen ein großes Risiko.

Im Rückblick finde ich es erstaunlich, wie gut die Helden von einem Handlungsort zum anderen gekommen sind, ohne dass es künstlich oder gehetzt wirkte. Das muss man beim Schreiben eines solchen Abenteuers erst einmal schaffen, denn auch wenn es für die einzelnen Etappen konkrete Vorlagen gab oder zumindest einige Klischees zur Orientierung, sind die Übergänge oft sehr schwierig.

Letztendlich erlebt man einige zentrale Elemente der Regionen, die in der zugehörigen Regionalspielhilfe Die Flusslande beschrieben werden:

  • Kanzleiviertel/Elenvina, Großer Fluss inkl. Piraten, Albenhus – Nordmarken
  • Zwergentunnel, uralte Verträge, Erzzwerge, Hügelzwerge – Reiche der Angroschim
  • Angbarer See, Vermächtnis aus den Magierkriegen, Gastfreundlichkeit – Kosch

Es ist dabei auch wichtiger, eine Palette von Schauplätzen abzudecken als etwa immer dramatischer auf einen Höhepunkt hinzuarbeiten. Das drohende Unheil einer erwachenden Kreatur aus den Magierkriegen ist Ansporn genug – die Zeit drängt.

„Ketten für die Ewigkeit“ zeigt hervorragend, wie ein Abenteuer im Kosch ablaufen kann (auch wenn es teilweise in den Nordmarken spielt): Es fängt relativ profan in einer Stadt an, in der sich jeder aus irgendeinem Grund aufhalten kann. Wenige Tage später ist die Gruppe in der Natur unterwegs, wobei ein alter zwergischer Vertrag und eine düstere Bedrohung aus der Geschichte eine Rolle spielen. Genau dieses schnelle Umschalten von vertrauter und heimeliger Umgebung zu gefährlicher Wildnis, in der das übernatürliche und uralte Böse lauert, macht den Kosch als Abenteuerschauplatz aus.

Fazit: Aus meiner Sicht muss ein Abenteuer zur Regionalspielhilfe zwei Kriterien erfüllen: Das Flair der behandelten Regionen muss eingefangen werden. Die Spielhilfe beschreibt die Möglichkeiten; das Abenteuer ist eine praktische Umsetzung, die Lust auf mehr erzeugt. Beides ist aus Spielersicht in vollem Umfang gelungen!

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Mission Farpoint

„Aller Anfang ist schwer“ – damit läßt sich der Start der zweiten Star-Trek-Serie „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ gut zusammenfassen. Wie so oft brauchten die Autoren eine Einschwungphase, um aus den Charakteren das Maximum herauszuholen und einige spannende Geschichten zu entwickeln. Die erste Folge, die gleich eine Doppelfolge war, verbrachte viel Zeit damit, die Figuren sehr plakativ vorzustellen und zog so einen relativ einfachen Plot künstlich in die Länge.

Als ich in einem Öffentlichen Bücherregal das Buch „Star Trek – Die nächste Generation: Mission Farpoint“ fand, nahm ich es trotzdem aus Neugier mit. Wie würde sich der verhaltene Beginn einer Serie, die später sehr erfolgreich und beliebt wurde, in Buchform lesen? Der Autor David Gerrold war mir namentlich durch eine andere Science-Fiction-Serie bekannt (Sternenjagd / Die Reise der Jona / Inmitten der Unendlichkeit), die ich jedoch bislang nicht gelesen hatte. Immerhin hat er einen echten Bezug zu Star Trek.

Das Buch kann leider aus der mäßigen Vorlage nicht mehr herausholen. Mehrere Eigenideen etwa zu Picards und Datas Vergangenheit wurden später nicht mehr berücksichtigt, so dass sie inzwischen dem Kanon widersprechen (sie sind auch nicht besonders originell). Der beste Teil der „Mission Farpoint“ besteht ohne Zweifel in der Konfrontation mit dem übermächtigen Wesen namens Q, das die Menschheit anklagt, barbarisch zu sein, und die Mannschaft des Raumschiffs Enterprise testet, in dem es ihr ein Rätsel stellt, das es zu lösen gilt. Q tauchte später in der Serie noch mehrmals auf und war immer interessant. Mit der Mission Farpoint gab es ganz am Ende noch einmal ein Widersehen.

So bleibt das Buch ebenso wie die Fernsehfolge ein Beweis dafür, dass Großartiges oft sehr bescheiden beginnt. Umso beachtlicher, was später daraus gemacht wurde!

(auch erschienen bei Bookcrossing)

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Der erste Kontakt

Star Trek VIII – Der erste Kontakt („First Contact“) ist ohne jeden Zweifel ein großartiger Film und einer der besten Star-Trek-Filme überhaupt. Trotz zahlreicher Widersprüche zu Setzungen aus der Serie „Raumschiff Enterprise – das nächste Jahrhundert“ und Lücken im Plot (vergleiche die umfangreiche Videorezension, Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4) bleibt unter dem Strich eine mitreißende und bewegende Geschichte mit einer positiven Zukunftsvision.

Als ich das Buch zum Film von J. M. Dillard in einem Öffentlichen Bücherregal entdeckte, nahm ich es kurzentschlossen mit. Mit Büchern, die auf Filmen basieren, ist das ja so eine Sache: Was haben sie im Vergleich zum cineastischen Erlebnis zu bieten?

Hier wird im wesentlichen wird die Handlung wiedergegeben, aber es fehlt die Atmosphäre des Films, insbesondere die grandiose Musik von Jerry Goldsmith (und Joel Goldsmith). Der Eigenanteil fällt eher mager aus: Der Retter der Menschheit ist manisch-depressiv, bekommt aber trotz dieser persönlichen Probleme ein grandioses Raumschiff hin.

Zu sehen sind einige Fotos aus dem Film (darunter einige, die sehr ähnlich sind), jedoch nichts von den Borg, den kybernetischen Wesen, die als gnadenloser Widersacher erneut auftauchen und die durch verbesserte Kostüme und Makeup noch schrecklicher wirken als in der Serie.

Selbst für einen eingefleischten Fan des Films oder Star Trek allgemein ist dieses Buch nichts Besonderes. Der Soundtrack verbreitet auch ohne die dazugehörigen Bilder mehr Stimmung.

(auch erschienen bei Bookcrossing)

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Ein echter Münsteraner Krimi

Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Wiedertäufer

Die Wilsberg-Bücher von Jürgen Kehrer sind die Münsteraner Variante der Regionalkrimis. Inzwischen gibt es eine eigene erfolgreiche Fernsehserie, die ursprünglich auf den Büchern basierte. Als ich in einem Öffentlichen Bücherregal den Titel Wilsberg und die Wiedertäufer fand, war ich neugierig: Wie gut wäre die Buchvorlage zu lesen?

Dass die Widertäufer im Titel vorkamen, ließ Zweifel am Lokalkolorit gar nicht erst aufkommen. Schließlich waren die Wiedertäufer ein entscheidendes Kapitel der Stadtgeschichte, das dem normalen Münsteraner Bürger von heute auch geläufig ist – nicht zuletzt durch die Käfige an der Lambertikirche.

Darum geht’s: Georg Wilsberg wird von der Kirche, mit der er nicht viel am Hut hat, angeheuert. Eine Reihe von Aktionen, die auf die Geschichte der Wiedertäufer verweisen, erregen Aufsehen und Verärgerung.

Es gibt zwar nur wenige Verweise auf Ortschaften rund um Münster, aber ansonsten hat es das Buch in sich. Jürgen Kehrer traut dem Leser zu, sich für ein Sachthema wie die Wiedertäufer zu interessieren, gibt nebenbei Literaturhinweise und beurteilt sogar den kurze Zeit vor Entstehung des Buches erschienenen Film „König der letzten Tage“ (mit einem damals noch völlig unbekannten Christoph Waltz in der Hauptrolle).

Das ist alles spannend zu lesen. Ärgerlich ist nur das Ende, welches zudem recht kurz abgehakt wird.

Dennoch bleibt es ein angenehmes Leseerlebnis: Hier wird nicht darauf gesetzt, dass die Leser aus dem Münsterland das Buch alleine wegen des Lokalbezugs lesen werden, sondern eine Detektivgeschichte mit der Historie verknüpft.

(auch erschienen bei Bookcrossing)

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Das Netz ohne doppelten Boden

Ohne zu übertreiben: Mit „Netzgemüse. Aufzucht und Pflege der Generation Internet.“ ist Tanja und Johnny Haeusler ein großes Werk der Aufklärungsliteratur gelungen. Wie immer bei der Aufklärung geht es darum, etwas einmal genauer zu beleuchten, das als „schmutzig“, „gefährlich“ oder „böse“ gilt – und das der Adressat, wenn überhaupt, nur ungefähr kennt.

Es kommt nicht von ungefähr, dass so ein Buch von netzaffinen Menschen mit Kindern stammt – solche Leute sind am besten geeignet, um einerseits eine vernünftige Haltung zum Internet zu erklären und andererseits die Bedürfnisse von Eltern zu kennen. Auch für Personen ohne Nachwuchs ist es eine Freude, zu lesen, wie jemand über das Internet schreibt und dabei weder Panik schürt („Wir werden alle sterben“) noch Dollarzeichen vor den Augen hat – leider zwei übliche Blickpunkte, mit denen die digitale Welt betrachtet wird. Stattdessen wird hier das Internet als Abbild des realen Lebens dargestellt mit all seinen Möglichkeiten, aber auch Fehlern und Schwächen.

Abstrakte Dinge mit Analogien aus dem realen Leben zu erklären ist eine typische und bewährte Vorgehensweise unter Informatikern, die hier erneut wunderbar funktioniert. Wichtig sind praktische Beispiele, die aus dem wahren Leben stammen. Es ist eine große Leistung, sich an Menschen außerhalb der eigenen Umgebung zu wenden und dabei auf eine verständliche Sprache zu achten, Rücksicht zu nehmen, die anderen ernst zu nehmen.

Ein wichtiges Aha-Erlebnis: Das entscheidende Element ist nicht die Technik! Das wird oft von Laien falsch eingeschätzt. Dazu passt die Einschätzung, dass die konkrete Technik und die angesagten Internetadressen wechseln mögen (und insofern war es schlau und nur konsequent, kein entsprechendes Verzeichnis hinten ins Buch gepackt zu haben!), aber die Richtlinien zum Umgang mit dem Internet bleiben die gleichen. Dazu gehört etwa die gute Regel, nichts von den eigenen Kindern wie Namen oder Fotos ins Netz zu stellen. Das sollen sie selbst entscheiden können, wenn sie alt genug sind.

Ein weiterer interessanter Einblick: Kinder können deswegen „spielend leicht“ mit Technik umgehen, weil sie die Zeit zum Ausprobieren haben. Die „Generation“ Internet heißt denn auch nicht so, weil ihr alles in den Schoß fällt, sondern weil sie die erste Generation ist, die mit dem Internet aufwächst und nicht erst als Erwachsener irgendwann den Einstieg meistern muss.

Mit entspannter Einstellung wird erklärt: Was sind Foren, Blogs, Podcasts… ? Das zeigt nebenbei den tatsächlichen Wandel des Netzes auf: Noch vor ca. 15 Jahren war es ein Mittel vor allem für techniknahe Einzelpersonen, heute ist es ein soziales Gefüge der Massen.

Sehr gut, dass nicht nur das Internet selbst, sondern auch Computerspiele und Mobiltelefone behandelt werden. Allzu eng gezogene Grenzen hätten hier ohnehin keinen Sinn; über kurze Wege ist man sowieso wieder beim Thema. Schließlich ist mobiles Internet längst Alltag und bei Computerspielen ist das Netz die Informationsquelle schlechthin. Zum Thema Computerspiele sei nebenbei der Film „Nur ein Spiel“ empfohlen.

Die gute Mischung aus allgemeingültig formulierten Ratschlägen und Beispielen aus dem eigenen Leben ist äußerst angenehm zu lesen. Wichtig ist, dass die Autoren auch die schwierigen Themen nicht aussparen. Sie wägen ab und fordern Eltern dazu auf, ihren Verstand zu benutzen. „Vertrauen ist wichtiger als starre Regeln“ – das ist der wichtigste Ratschlag, für den man kein Technikwissen, sondern nur den gesunden Menschenverstand benötigt.

Über Details kann man sich herrlich streiten. Nicht zu jedem Angebot läßt sich wahrscheinlich gleich ein ganzer Beipackzettel mit Risiken und Nebenwirkungen verfassen, ohne dass Freude und Spontaneität (und Platz im Buch) verloren gehen würden.

Problematisch ist etwa die zu positive Schilderung der Wikipedia. Der Umgangston in der deutschsprachigen Version hat ein Niveau erreicht, das geeignet ist, einem den Glauben an das Gute im Menschen auszutreiben. Viele fachlich fundierte Autoren haben der Wikipedia inzwischen den Rücken gekehrt.

Auch ist die Nutzungsmöglichkeit von Youtube in Deutschland (ohne technische Tricks) doch sehr eingeschränkt, Musikindustrie sei Dank. Insofern dürfte das Vorhaben, die eigene Musik aus der Jugend dort zu hören, von Deutschland aus eher schwierig umzusetzen sein.

Den einzigen größeren Kritikpunkt hat das Nachwort verdient. Man mag es kaum glauben ob all der vorangegangenen gelungenen Seiten, doch wird das Autoren-Ehepaar dann pathetisch-theoretisch abgehoben, so als ob es nicht an sein Buch glauben würde. Zudem gilt: Ein guter Autor muss seine Botschaft nicht noch extra erklären! Dabei machen die Haeuslers selbst den Fehler, den sie anderen vorwerfen: Anstatt die Leute die Dinge selbst erkennen zu lassen, trichtern sie sie stumpf ein. Diesen letzten Teil des Buches kann man getrost überspringen.

Vielleicht schimmert an dieser einen Stelle der nicht ganz so glatte Entstehungsprozess von „Netzgemüse“ durch. Die Ankündigung des Buches weckte große Erwartungen. Am Ende wurde es in einem Hotel, das als Rückzugsort gewählt wurde, geschrieben. Die Schilderung der Arbeit am Buch erklärt nebenbei, für welche Zielgruppe es primär gedacht ist (aber auch andere können dabei viel lernen und gut unterhalten werden). Themen wie Facebook und Datenschutz zeigen, dass man über manches endlos schreiben (und diskutieren) kann. Auch im Podcast zur Sendung kommt gut herüber, wie zäh der Schreibprozess vonstatten ging.


(Nebenbei sei angemerkt: Man soll sich ja nicht auf Äußerlichkeiten versteifen, aber die angenehmen Stimmen der beiden erleichtern das Zuhören doch sehr.)

Am wichtigsten ist jedoch, dass die Autoren mit ihrem Werk authentisch wirken und sie bei all ihrem Wissen und ihrem Status (Spreeblick ist eines der wichtigsten deutschsprachigen Blogs) eine gesunde Portion Selbstreflexion behalten haben. Johnny Haeusler zum Beispiel hatte seinen Moment des Zweifelns und des Glaubens. Da schreibt jemand, der sich Gedanken macht und selbstkritisch beleuchtet, was er tut und was er will.

Insofern gilt – von der kleinen Kritik zum Nachwort abgesehen: Volle Leseempfehlung, und zwar nicht nur für Eltern, sondern für alle, die ihrem Bekanntenkreis erklären wollen, warum das Netz für sie so wichtig ist.

Hinweis: Ich habe mein Exemplar des Buches bei Bookcrossing registriert, so dass es interessierten Lesern auch auf diesem Weg zugänglich ist.

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In Mordor kann niemand den Himmel sehen

Einmal jährlich schreibe ich in meinen beiden Muttersprachen Deutsch und Esperanto eine Rezension. Bisher ging es zweimal um Comics (2003 und 2005), einmal um einen Film (2010) und sonst (2004, 2006, 2007, 2008, 2009, 2011 und 2012) über Musik – so auch dieses Jahr.

Unufoje jare mi skribas en miaj du gepatraj lingvoj, la germana kaj Esperanto, recenzon. Ĝis nun dufoje temis pri komiksoj (en 2003 kaj 2005), unufoje pri filmo (en 2010) kaj krome (en 2004, 2006, 2007, 2008, 2009, 2011 kaj 2012) pri muziko – ankaŭ ĉijare.

Die ganze Rezension / La tuta recenzo

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Gloriana

Dieses Buch habe ich in einem Öffentlichen Bücherregal gefunden. Michael Moorcock ist vor allem für seine Saga vom Ewigen Helden bekannt. (Aus dieser Serie habe ich bereits zwei Bücher bei Bookcrossing registriert, „Die Königin des Chaos“ und „Das kalte Reich“.) So wie Ein Mittsommernachtssturm von Poul Anderson wird in Gloriana die Geschichte einer alternativen Realität erzählt. Diesmal geht es um Gloriana, die in der Parallelwelt zur Zeit von Königin Elisabeth I. regiert. Kurioserweise erläutert in einem Kapitel recht am Anfang ein Gelehrter seine Theorie von den Sphären, in denen die Welt eine andere ist – ein hervorragender Verweis auf Moorcocks Multiversum! Außerdem werden auch Arioch und Xiombarg, zwei Götter des Chaos, die beim Ewigen Helden vorkommen, als „alte Götter“ erwähnt. Der Plot rankt sich um Politik und Diplomatie, denn wie Elizabeth I. (die ja tatsächlich den Beinamen „Gloriana“ hatte) ist die Königin von England unverheiratet. Michael Moorcock weiß wie in vielen seiner Bücher eine spannende Geschichte zu erzählen, nur geht ihm leider auf den letzten Seiten ein wenig die Puste aus. Dennoch bleibt unter dem Strich einen lesenswertes Buch.

(ursprünglich erschienen bei Bookcrossing)

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